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Update: Überbrückungshilfe III

+++Stand 07.04.2021+++

Es gibt Erweiterungen der Überbrückungshilfe III für von der Coronakrise schwer getroffene Unternehmen: Eigenkapitalzuschuss, Erhöhung des Fixkostenzuschusses, Sonderabschreibungsmöglichkeiten, Anschubhilfe für die Veranstaltungsbranche sowie Antragsrecht für junge Unternehmen.

Neu: Digitalinvestitionen

Es gibt einen festen Musterkatalog fixer Kosten, der erstattet werden kann. (lesen Sie weiter unten im Detail). Für Digitalinvestitionen können einmalig bis zu 20.000 € gefördert werden.

Neu: Eigenkapitalzuschuss

Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monaten im Zeitraum November 2020 – Juni 2021 einen Umsatzrückgang von mind. 50 % erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss zusätzlich zur Überbrückungshilfe III.

Die Höhe des Eigenkapitalzuschusses beträgt maximal 40 % der in dem Antrag zur Überbrückungshilfe angegebenen „förderfähigen Fixkosten“. Außerdem wird der Eigenkapitalzuschuss erst ab dem dritten Monat infolge mit vorhandenem Umsatzeinbruch von 50 % gezahlt und zwar in dieser Staffelung:

  • 25 % der förderfähigen Fixkosten im dritten Monat
  • 35 % der förderfähigen Fixkosten im vierten Monat
  • 40 % der förderfähigen Fixkosten jeder weitere Monat

Voraussetzung ist immer der Umsatzrückgang von mind. 50 % zum Vorjahreszeitraum.

Neu: Fixkostenzuschuss

Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 70 % erhalten nun bis zu 100 % der förderfähigen Fixkosten. – lesen Sie weiter unten im Detail

Neu: Antragsrecht junger Unternehmen

Junge Unternehmen mit einem Gründungsdatum bis zum 31. Oktober 2020 sind nun für die Überbrückungshilfe III antragsberechtigt.

Neu: Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Großhändler und Hersteller

Bisher waren die Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Saison- und verderblicher Waren nur für Einzelhändler möglich. Diese sind nun auch für Hersteller und Großhändler erweitert worden.

Neu: Anschubhilfe für die Veranstaltungs- und Reisewirtschaft

Zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale wird nun eine Anschubhilfe in Höhe von 20 % der Lohnsummen im Vergleich zum Referenzmonat aus 2019 eingeführt. Die Anschubhilfe beträgt maximal 2 Mio. €.

Die Überbrückungshilfe III

Alle Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufler, die einen Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro im Jahr 2020 erzielt haben, können für den Zeitraum November 2020 – Juni 2021 die sogenannte Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist der Umsatzrückgang von mehr als 30 Prozent zum Vergleichsraum im Vorjahr. (Die Grenze entfällt für von Schließungsanordnungen auf Grundlage eines Bund-Länder-Beschlusses betroffene Unternehmen des Einzelhandels, der Veranstaltungs- und Kulturbranche, der Hotellerie, der Gastronomie und der Pyrotechnikbranche sowie für Unternehmen des Großhandels und der Reisebranche).

Die Überbrückungshilfe III orientiert sich an den Umsatzrückgängen der jeweiligen Vorjahresmonate. Demnach werden erstattet:

  • Bis zu 40 % der förderfähigen Fixkosten bei 30-50 % Umsatzrückgang
  • Bis zu 60 % der förderfähigen Fixkosten bei 50-70 % Umsatzrückgang
  • Bis zu 100 % der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzrückgang

Förderfähige Fixkosten

Die maximale Förderungssumme beträgt 1,5 Millionen € pro Unternehmen. Förderfähig sind

  • Pachten, Grundsteuern, Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  • Mietkosten für Fahrzeuge und Maschinen
  • Zinsaufwendungen, Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter bis zu einer Höhe von 50 Prozent, der Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung etc.
  • Personalaufwendungen, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 Prozent der Fixkosten gefördert
  • Marketing- und Werbekosten
  • bauliche Modernisierungs-, Renovierungs-, oder Umbaumaßnahmen für die Umsetzung von Hygienekonzepten bis zu 200.000 €.
  • Investitionen in Digitalisierung (z. B. Aufbau eines Onlineshops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) einmalig bis zu 20.000 Euro. Für Digitalinvestitionen können einmalig bis zu 20.000 Euro gefördert werden.
  • Unternehmen der Veranstaltungs- und Kulturbranche können zudem für den Zeitraum März bis Dezember 2020 Ausfallkosten geltend machen.

Antragsstellung Überbrückungshilfe III

Der Antrag für die Überbrückungshilfe III sind von prüfenden Dritten (Steuerberaterin oder einen Steuerberater, eine Wirtschaftsprüferin oder einen Wirtschaftsprüfer, eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt sowie über vereidigte Buchprüferinnen und Buchprüfer)  auf www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/ zu stellen. Die Kosten werden bezuschusst.

Informationen zu der Vereinfachung und Aufstockung der Überbrückungshilfe III im Überblick als PDF.

Hinweis: Die Vorgaben des europäischen Beihilferechts sind für die gesamte Förderung der Überbrückungshilfe III (d. h. auch inkl. des Eigenkapitalzuschusses) einzuhalten. Die Überbrückungshilfe III stützt sich auf die Bundesregelung Kleinbeihilfen, die Deminimis-Verordnung und die Bundesregelung Fixkostenhilfe. Unternehmen, die auf Grundlage der Bundesregelung Fixkostenhilfe ihren Antrag stellen, können daher eine Förderung nur bis zu 70 Prozent der ungedeckten Fixkosten im Sinne des europäischen Beihilferechts im beihilfefähigen Zeitraum (März 2020 bis Juni 2021) erhalten. Im Falle von kleinen und Kleinstunternehmen (Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz bzw. einer Jahresbilanz von nicht mehr als 10 Mio. Euro), die auf Grundlage der Bundesregelung Fixkostenhilfe ihren Antrag stellen, darf die gewährte Hilfe bis zu 90 Prozent der ungedeckten Fixkosten betragen.

Quellen: www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.dewww.bundesregierung.de und  www.ahgz.de

+++Weiterer Beitrag im Thema Förderung+++

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Digitalisierung und Förderprogramme

Wie digital ist eigentlich der Außer-Haus-Markt? Welche Förderungsprogramme gibt es? Lesen Sie verschiedene Möglichkeiten, um mit Förderprogrammen, Krediten und Beratungsprogrammen Ihren Betrieb zu digitalisieren.

Während der Trend der Digitalisierung längst im Bewusstsein der Unternehmer*innen ist, ist vor allem interessant, wie der Außer-Haus-Markt vorgehen kann und welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen. Die ADDIPOS stellt Ihnen nachfolgend eine Kurz-Übersicht mit den wichtigsten Eckpunkten zu den folgenden Programmen dar:

  1. Förderprogramm Digital Jetzt – BMWi
  2. Förderprogramm DigitalStarter Saarland
  3. Beratungsprogramm go-digital
  4. KfW-Unternehmerkredit- Sonderprogramm 2020
  5. ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit
  6. Special: Corona-Wirtschaftshilfe